Fragen ohne Antworten

Erst neulich wieder wurden ich und meine Flüchtlingsarbeit im Bekanntenkreis heftig kritisiert. Diese Sozialschmarotzer hätten keine Unterstützung verdient, es ginge ihnen viel zu gut, traumatisiert ist keiner, Krieg in Krisengebieten wird geleugnet und, und, und …

 

Meine Gegenfragen:

 

Was wurde dir ganz konkret durch einen Flüchtling weggenommen?

Worauf musstest du ganz speziell verzichten, weil es statt deiner ein Flüchtling bekommen hat?

Was ist in deinem persönlichen Leben schlechter geworden seit 2015?

Wie viele Flüchtlinge haben schon an deinem Tisch gesessen?

Wie viele Flüchtlinge haben schon in deinem Garten mit deinen Kindern Fußball gespielt?

Wie viele Flüchtlinge hast du schon zum Arzt oder zu Behörden begleitet?

Wie viele Fluchtgeschichten wurden dir persönlich schon von Angesicht zu Angesicht erzählt?

Wie viele Flüchtlinge haben dir schon ihre Verzweiflung und ihr Leid anvertraut?

Wieviel Unrecht Flüchtlingen gegenüber durch deutsche Behörden hast du schon selbst kennengelernt?

Wie viele weinende Flüchtlinge hast du schon im Arm gehalten?

 

Seltsamer Weise erhalte ich auf diese Fragen, bis auf ein Augenrollen, nie Antworten. Denn diejenigen, die am lautesten auf Flüchtlinge und Helfer schimpfen, haben den geringsten Kontakt zu ihnen und die wenigste Ahnung von der Materie.

 

Kann es sein, dass es euch viel zu gut geht?

Wer von euch hat Krieg, Folter, Verlust und Flucht am eigenen Leib erlebt?


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